Kiewer Weihnachtsmärkte

Kiewer Weihnachtsmärkte

Bereits im vergangenen Jahr gab es in Kiew auf dem Vorplatz der Sophienkathedrale einen Weihnachtsmarkt. Dieser wird traditionell am Nikolaustag eröffnet, der (wie fast alle christlichen Feiertage) aufgrund des früheren julianischen Kalenders um 13 Tage später gefeiert wird. So auch in diesem Jahr. In Podil wurde ebenfalls ein Weihnachtsmarkt eröffnet. Gestern war ich zufällig auf beiden. Selbst wäre ich nicht hingegangen und ich hatte auch gar nicht daran gedacht, dass es den Weihnachtsmarkt gibt.

Schon auf dem Weg in die Stadt fiel mir bei einem Spielplatz auf, dass dort eine größere Menschenansammlung war, weshalb mir einfiel, dass ja Nikolaustag ist. Insgesamt waren viele Leute unterwegs. Wer von der Ukraine als Land im Krieg erzählt, hätte gestern in den Straßen von Kiew nicht glauben können, dass hier Krieg herrscht oder dass sich das Land in irgendeiner Krise befindet.

Eigentlich hatte mich eine Freundin eingeladen, eine Ausstellung zu besuchen und danach mit weiteren Bekannten einen Umtrunk zu haben. Bei der Ausstellung ging es um den Georgisch-Abchasischen Krieg von 1992/93, wobei zufällig an dem Tag der Film „Tangerines“ aufgeführt wurde, den wir uns zusammen anschauten.

Der Film erzählt die Geschichte eines Estoniers, der in Georgien an der Grenze zu Abchasien lebt und in die Kriegswirren geriet. Seine Familie und die anderen Bewohner aus dem Dorf waren bereits geflohen. Ein befreundeter Nachbar betreibt eine Mandarinenplantage, wobei dieser noch die Ernte abwarten wollte, um dann auch das Gebiet zu verlassen. Eines Tages kommt es zu einem Kampf, bei dem ein Tschetschene und ein Georgier verwundet überleben. Der Estonier hilf ihnen und die eigentlich Verfeindeten freunden sich im Verlauf der Handlung an. Im Finale kommt eine weitere Einheit und unterstellt dem Tschetschenen, Georgier zu sein. Sie wollen ihn erschießen, wobei der (richtige) Georgier dann das Feuer eröffnet und letztlich erschossen wird.

Nach dem Film gingen wir zusammen in eine Kneipe in Podil, wo wir uns bei Glühwein aufwärmten und unter anderem auch über die Situation in der Ukraine sprachen. Die drei Damen, mit denen ich unterwegs war, wirkten etwas hoffnungslos und meinten, dass unklar ist, wie alles weiter gehen wird. Vor allem bei der Frage, ob sich wirklich etwas ändern wird, spielte die Erfahrung mit der Orangenen Revolution eine Rolle. Mein einziges Argument dazu, war, dass wir uns in 5, 10, 20 Jahren noch einmal darüber unterhalten müssen, weil es zu früh sei, die Entwicklung jetzt zu beurteilen.

Danach gingen wir auf den Platz vor der Mohyla Akademie, wo ebenfalls ein Weihnachtsmarkt um einen Weihnachtsbaum organisiert war. Über den Andreassteig spazierten wir zur Sophienkathedrale, wo es auch einen Weihnachtsmarkt gab, der von Klitschko vor unserer Ankunft eröffnet wurde.

Prinzipiell fiel mir nur auf, wie kommerzialisiert das alles war: Weihnachtsmänner hatten auf dem Rücken „CocaCola“ stehen oder auf der Bühne, von wo aus ein Unterhaltungsprogramm abgespielt wurde, nannte ein Sprecher die Sponsoren dieses Programms. Es waren aber viele Menschen unterwegs und ihnen schien das zu gefallen. Von Krieg oder Krise, wie erwähnt, keine Spur…

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Wochenrückblick vom 7. bis 13. Dezember 2015

Wochenrückblick vom 7. bis 13. Dezember 2015

Was deutschsprachige Medien zur Ukraine berichteten

In der vergangenen Woche war die Ukraine nur in zwei Punkten ein Topthema – einerseits die Prügelei im Parlament, und andererseits die Gruppenauslosung für die Fußballeuropameisterschaft 2016. Weitere Meldungen wie folgt:

Am Montag berichtete das Deutschlandradio Kultur am Beispiel der Lyrikerin Liubow Jakymchuk darüber, dass der Krieg in der Ukraine nicht nur den Alltag verändert, sondern auch die Poesie.

Die Neue Zürcher Zeitung brachte am Montag eine dpa-Meldung, wie auch die Westfälischen Nachrichten und n-tv, dass in der Ukraine Gemälde auftauchten, die vor 10 Jahren in den Niederlanden gestohlen wurden.

Der Deutschlandfunk berichtete am Montag, dass die Reparatur an den Stromleitungen zur Krim behindert und der Autoverkehr auf die Krim streng kontrolliert wird. Selbst die Anzahl von Kerzen und Lampen sei begrenzt.

Die Neue Westfälische veröffentlichte am Montag ein Interview mit dem Osteuropa-Experten Karl Schlögel, in dem er erzählt wie ihn die Annexion der Krim völlig überraschte.

Die Deutsche Welle publizierte am Montag ein Video darüber, wie die Vereinten Nationen mit EU und Weltbank den Wiederaufbau im Donbass organisieren und wie dabei Crowdsourcing mit mobilen Apps zum Einsatz kommen.

Am Montag brachte n-tv eine dpa-Meldung, dass die Ukraine bald in den Genuss von Visafreiheit kommen könnte. Darauf deutet der EU-Bericht über die ukrainischen Fortschritte.

Das ORF meldete am Montag, dass Joe Biden bei seinem Besuch in Kiew Russland aufforderte, den Minsker Friedensplan einzuhalten, und dass die EU an den Sanktionen gegen Russland festhalten soll.

Das Domradio berichte am Montag, dass es in Kiew eine Demonstration von zirka 100 orthodoxen Demonstranten (des russisch-orthodoxen Patriarchats) gab, die gegen einen möglichen Besuch von Papst Franziskus protestierten.

Am Dienstag meldete Der Standard, sowie die Tagesschau und das Hamburger Abendblatt, dass die erste Stromleitung auf die Krim von der Ukraine repariert wurde.

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte am Dienstag einen Spendenaufruf für einen 13-jährigen, dem kurz nach seinem Besuch in Deutschland Leukämie diagnostiziert wurde.

Die Deutsche Welle brachte am Dienstag einen Kommentar, dass der US-Vizepräsident Joe Biden bei seinem Besuch in der Ukraine auch Kritik übte und dass man in den USA, sowie in Europa mit der Führung in Kiew unzufrieden sei.

N-tv, das ORF und das Handelsblatt meldeten am Dienstag, dass der Internationale Währungsfond der Ukraine weiterhin Kredite gewähren will, obwohl sich das Land bei anderen Staaten im Zahlungsrückstand befindet. In den Mitteilungen heißt es, dass Russland daran scharfe Kritik übt. Am Mittwoch nahm die FAZ, sowie die Berliner Zeitung und die Neue Zürcher Zeitung das Thema auch auf.

Die Welt, die FAZ, das ORF und die Tiroler Tageszeitung meldeten am Mittwoch, dass die EU die Visumpflicht für Ukrainer und Georgier, sowie für Türken aufheben will.

Der MDR brachte am Mittwoch im Kulturradio einen Bericht über das Buch „Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen“ von Karl Schlögel, in dem er auf die Ursachen der Ukraine-Krise eingeht und dafür ausführliche Reportage-Reisen unternahm.

Am Mittwoch veröffentlichte der Tagesspiegel eine dpa-Meldung, dass die UNO seit Beginn des Ukraine-Konflikts über 9.000 Tote zählte. Die Zeit brachte eine afp-Meldung mit dem gleichen Inhalt, sowie die Tiroler Tageszeitung.

Die Deutsche Welle schrieb am Mittwoch, dass die einjährige Schonfrist für die Ukraine vorbei sei und dass die Regierungskoalition abgesetzt werden könne. Der Druck auf den Ministerpräsidenten würde steigen.

Die Tiroler Tageszeitung brachte am Mittwoch eine APA-Meldung, dass die EU keine Änderungen am Freihandelsabkommen mit der Ukraine vornimmt.

Radio Vatikan meldete am Mittwoch, dass es in der Ostukraine keine Waffenruhe gibt und dass es in den von den Separatisten kontrollierten Gebieten von Donezk und Luhansk weiter zu Folter, illegale Festnahmen, Tötungen und Zwangsarbeit kommt. Die Meldung bezieht sich auf den neuesten Bericht des UN-Menschenrechtsrats.

Die Deutsche Welle veröffentlichte am Mittwoch ein Video, wie es den Krimtataren auf der Halbinsel geht. Sie fühlen sich verraten und fürchten, dass der Westen die Halbinsel für einen Kompromiss mit Russland opfern könnte.

In der Neuen Zürcher Zeitung wurde am Donnerstag ein Gastkommentar von Serhi Leschtschenko veröffentlicht, in dem er schreibt, dass die Korruptionsbekämpfung und Begrenzung des Einflusses von Oligarchen der Erfolgsschlüssel für Reformen in der Ukraine sind.

Das Deutschlandradio brachte am Donnerstag einen Bericht über Krywyj Rih, wo Bewohner der Stadt gegen Fälschungen bei der letzten Kommunalwahl protestierten.

Die Mittelbayerische Zeitung berichtete am Donnerstag über Trainings von OSZE-Beobachtern in Deutschland, wie sie gepanzerte Fahrzeuge bei ihrem Einsatz in der Ukraine sicher steuern.

Am Donnerstag berichtete Die Presse über zwei Tote und fünf Festnahmen bei einer Razzia in der Ukraine und dass Russland laut UN-Angaben weiterhin Waffen und Kämpfer in die Ukraine schickt. Auch die Tiroler Tageszeitung ging darauf mit einer APA/AFP-Meldung ein.

In der Frankfurter Rundschau wurde am Donnerstag ein Leitartikel veröffentlicht, in dem es hieß, dass der US-Vizepräsident Biden bei einem Besuch in Kiew Jazenjuk und den ukrainischen Abgeordneten wegen Korruption die Leviten las.

Am Freitag schrieb Die Zeit, dass der Donbass weiter von Separatisten besetzt und die Region faktisch von der Ukraine abgetrennt ist, wobei die Kiewer Regierung ihren Teil dazu beiträgt, dass das so bleibt – und zwar auf Kosten der Bevölkerung.

Die Neue Zürcher Zeitung erklärte am Freitag genauer, was es mit der IWF-Entscheidung auf sich hat. Es ginge dabei nicht ausschließlich um die Ukraine, sondern prinzipiell sollen Schuldenkrisen weniger Kosten verursachen.

Am Freitag hieß es vom Deutschlandfunk, sowie in Die Zeit mittels einer AFP-Meldung, dass die UNO die pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine aufforderte, Hilfsorganisationen freien Zugang zu ermöglichen.

Sehr viele Online-Medien berichteten dann am Freitag über die Prügelei im ukrainischen Parlament, teils mit Video, unter anderem der Stern, die Sächsische Zeitung, Euronews, die Münchner Abendzeitung, Der Westen, n-tv, Spiegel Online, Bild und die Süddeutsche Zeitung brachte eine Fotostrecke.

Am Samstag hieß es dann in sehr vielen Online-Medien, dass die ukrainische Fußballmannschaft bei der EM2016 in die Gruppe zusammen mit Polen, Nordirland und Deutschland kam. Die Süddeutsche Zeitung schrieb dazu, dass kein Team mit einer größeren politischen Last zum Turnier müsse wie die Ukraine. Doch im Krieg ginge unter, dass das Land vielleicht die beste Mannschaft seit Jahren habe.

Der Deutschlandfunk brachte am Samstag einen Bericht über die in den Niederlanden gestohlenen und in der Ukraine wiederentdeckten Gemälde. Im Sommer hätte sich ein Informant bei der niederländischen Botschaft in Kiew gemeldet und behauptet, er wüsste, wo sich die Gemälde befinden. Aber die Hoffnung zerschlug sich.

Am Samstag schrieb der Tagesspiegel, dass sich Garri Kasparow in einem Gespräch gegen die Lockerung der von der EU gegen Russland verhängten Sanktionen aussprach. Er meinte, dass Putin keine Absicht habe, die Vereinbarungen von Minsk einzuhalten. Zudem forderte er auch die EU auf, bei der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim nicht nachzugeben: „Die Krim muss wieder an die Ukraine gehen.“ Das gesamte Interview wurde dann am Sonntag im Tagesspiegel veröffentlicht.

Ukrainische Logistik, eine Brille und Euros

Ukrainische Logistik, eine Brille und Euros

Vorgestern bat mich eine Freundin aus Deutschland, die eigentlich aus der Ukraine stammt, ob ich nicht bei einer Bekannten von ihr ein Rezept abholen kann, um es einer anderen Freundin von mir zu bringen. Die zweite Freundin fährt zufällig nach Polen, wo mit dem Rezept ein Leukämie-Medikament geholt werden kann, das es in der Ukraine nicht mehr gibt (ich hatte darüber geschrieben).

In der Ukraine kommt es sehr oft zu solchen „Anfragen“, ob jemand „zufällig“ von A nach B fährt und etwas mitnehmen oder erledigen kann. Ich nenne das „ukrainische Logistik“, die sehr gut funktioniert – selbst über Landesgrenzen.

Heute war ich dann eine neue Brille besorgen, da ich die alte noch vor meinem Umzug in die Ukraine in Deutschland machen lies. Dazu war ich bei „Fielmann“, den es auch in Kiew gibt.

Allerdings stieg ich in den falschen Bus ein und fuhr erst einmal eine Station, um dann zu einer anderen Haltestelle zurückzulaufen, wo ich Platz im richtigen, aber total überfüllten Bus fand – Rushhour.

Endlich bei dem Geschäft angekommen, fiel wohl erst nicht auf, dass ich Ausländer bin. Doch nachdem ich die Augenärztin immer wieder bat, bitte zu wiederholen, was sie denn meinte, wurde ihr klar, dass sie es mit einem Ausländer zu tun hatte. Sie wollte seriös und ernst wirken, aber meine Hilflosigkeit, über die ich selbst lachen musste, zauberte ihr mit der Zeit erst ein Lächeln ins Gesicht und schließlich lachte sie tatsächlich mit.

Zu guter Letzt traf ich mich mit einer weiteren Freundin, um Euros zu „kaufen“. In einer Bank meinte man zu uns, dass es nur möglich ist 100 Euro/Tag zu tauschen. Diese Devisenbeschränkung wurde vor längerer Zeit eingeführt. Die Dame in der Bank meinte dann auch noch, dass sie gar keine Euros hätten.

In einer Wechselstube, die auf unserem Weg lag, fragten wir, ob sie Euros hätten. Da es im Zentrum war und Abends, waren dort Euros vorrätig (was mir sonst eher selten passierte). Auf die Frage, wie viel sie uns verkaufen können, kam die Gegenfrage, wie viel wir denn bräuchten. Die genannte Summe wurde problemlos gewechselt. Ob die Beschränkung noch gilt oder doch aufgehoben wurde, ist mir jetzt nicht bekannt; dass es sie einmal gab, wusste ich.

Wochenrückblick vom 30. November bis 6. Dezember 2015

Wochenrückblick vom 30. November bis 6. Dezember 2015

Was deutschsprachige Medien zur Ukraine berichteten

In der vergangenen Woche war die Ukraine zwar kein Top-Thema, was aber nicht heißt, dass es keine Berichte über das Land gab. Die Meldungen wie folgt:

Die ARD brachte noch am Sonntag (29.11.2015) in einer Sendung des Weltspiegels einen zirka 6-minütigen Bericht über den Stromnotstand auf der Krim.

Am Montag berichtete die Neue Zürcher Zeitung, dass sich die ukrainische Politik bemüht, auf Reformkurs zu bleiben. Dabei wird über das Budget, die Steuerreform und Korruptionsbekämpfung gestritten, während der IWF Fortschritte sehen möchte, bevor es weitere Hilfskredite gibt.

Die Süddeutsche Zeitung meldete am Montag, dass das Freihandelsabkommen zwischen der Ukraine und EU ab 1. Januar 2016 in Kraft tritt – auch wenn sich Moskau dagegen sträubt. In dem Artikel heißt es, dass es mehrere Treffen zwischen der Ukraine, der EU und Russland gab – allerdings ohne greifbare Ergebnisse.

Die FAZ schrieb am Montag über die Umbenennung von knapp 1.000 ukrainischer Städte und Dörfer, die nach sowjetischen Staats- und Parteifunktionären benannt wurden, wobei die Ukrainer je nach Region unterschiedlich begeistert darüber sind.

Die Welt meldete am Montag in einem Artikel über den Klimagipfel in Paris, dass sich Kanzlerin Merkel unter anderem mit Petro Poroschenko treffen wollte. Auch die Tiroler Tageszeitung berichtete über diesen Gipfel, wobei es hieß, dass sich Obama und Putin über die Ukraine unterhielten.

Am Dienstag brachte das Deutschlandradio Kultur einen Beitrag über die zwei Revolutionen in der Ukraine und dass Europa dem Land helfen müsse, damit der Ruf nach Freiheit nicht wieder verhallt.

Die Südwestpresse meldete am Dienstag, dass bereits zwei Hilfskonvois aus Dettingen in die Ukraine unterwegs sind und ein dritter gerade beladen wird.

Der Standard schrieb am Dienstag über das Treffen des NATO-Russland-Rats in Brüssel. In dem Bericht heißt es, dass diese Treffen seit Ausbruch des Konflikts in der Ukraine eingefroren waren. Auch der Deutschlandfunk meldete über dieses Treffen.

Die FAZ berichtete am Dienstag ebenfalls über das Nato-Außenminister und dass dabei der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin anwesend war, um die Entwicklung in der Ostukraine zu besprechen. Dabei wurde erwähnt, dass es immer wieder Verstöße gegen die Minsker Vereinbarungen gab und die EU die Sanktionen gegen Russland um sechs Monate verlängert, sowie, dass ein NATO-Beitritt der Ukraine kein Thema sei.

In einem weiteren Artikel schreibt die FAZ, dass die NATO seit Jahren Teil der russischen Propaganda ist, wobei Russland im Westen von einer „Einkesselung“ spricht und damit den Überfall auf die Ukraine rechtfertigt. In Russland selbst wird die NATO als Feind dargestellt, die zwar stark sei, aber dafür überheblich, gespalten und feige. Weil der Westen auf den Überfall der Ukraine nicht militärisch reagierte, gingen viele Analytiker davon aus, dass Putin die NATO in einem der schwächeren Mitgliedstaaten testen würde, doch zu deren Verwunderung versucht es Russland mit einem der stärksten NATO-Staaten – der Türkei.

Bei der Tagesschau und dem ORF ging es am Dienstag ebenfalls um die NATO, wobei über eine neue Strategie gegen die sogenannte „hybride Kriegsführung“ berichtet wurde. In beiden Artikel wurde „hybride Kriegsführung“ mit Taktiken erklärt, die auf Täuschung und Verschleierung beruhen, statt auf einen offenen Einsatz herkömmlicher militärischer Mittel. Zudem kommen dabei Propaganda und Desinformation hinzu, wie auch wirtschaftlicher Druck und verdeckt operierende Militäreinheiten. Der Westen hatte Russland im Ukraine-Konflikt vorgeworfen, massiv Propaganda über staatlich gelenkte Medien zu verbreiten und soziale Netzwerke zur Desinformation einzusetzen.

Die Neue Zürcher Zeitung veröffentlichte am Dienstag eine AP-Meldung, in der es hieß, dass die Weltgesundheitsorganisation die ukrainische Regierung aufforderte, nach Entdeckung von Polio-Fällen einen Notstand auszurufen.

Die Welt veröffentlichte am Dienstag einen Bericht über den russischen Blogger Ruslan Lewijew, der seit der Krim-Annexion den Ukraine-Konflikt verfolgte und damit begann, Informationen über die Kämpfe in der Ostukraine zu suchen, wobei sich ein Recherche-Team aus Internetaktivisten bildete. Zusammen verfolgen sie derzeit die Beteiligung Russlands im Syrienkonflikt.

Im Tagesspiegel wurde am Dienstag berichtet, dass sich LGBT-Aktivisten aus Osteuropa in Berlin zu einer Konferenz trafen und über ihre Lage berichteten, wobei es in dem Artikel hieß, dass nur aus der Ukraine hoffnungsvolle Zeichen kommen.

Die Neue Zürcher Zeitung meldete am Dienstag, dass die Stiftung von Georg Soros in Russland ein rotes Tuch sei. In dem Artikel heißt es, dass die russischen Vorwürfe, er habe den „Euromaidan“ in Kiew finanziell unterstützt, stark übertrieben sind. Vielmehr informieren die Stiftungen von Soros transparent über ihre Aktivitäten, während über die Unterstützung der russische Regierung in deren Einflusssphäre kaum etwas bekannt ist.

Zudem berichtete die Neue Zürcher Zeitung am Dienstag, dass die Krim bereits seit über zehn Tagen ohne Strom ist und dass sie Blockade Moskau in die Hände spielt. Außerdem würden damit die Hoffnungen auf einen ukrainischen Rechtsstaat gedämpft.

N-tv schrieb am Dienstag, dass die US-Regierung zwar ukrainische Soldaten mit militärischem Gerät unterstützte, aber dass sich die Ausrüstung oftmals in schlechtem Zustand befindet.

Cicero kündigte am Mittwoch an, dass Deutschland ab Donnerstag den OSZE-Vorsitz für 2016 übernimmt, aber gleichzeitig an der Seite Russlands gegen den IS kämpft, weshalb die Ukraine nicht mehr im Mittelpunkt der deutschen Außenpolitik steht, obwohl dort weiterhin Krieg herrscht.

Das Handelsblatt berichtete über den Stromausfall auf der Krim und dass Putin ein pompöses Projekt durchführen will, um die von Russland annektierte Halbinsel mit Strom zu beliefern, um die Krim an Russland zu binden.

Die Stuttgarter Nachrichten veröffentlichten am Mittwoch eine dpa-Meldung, dass Putin persönlich der Krim einen unangekündigten Besuch abstattete. Das russische Staatsfernsehen zeigte live, wie Putin in Simferopol die erste Stromlieferung vom russischen Festland freigab.

Mehrere Online-Medien (darunter n-tv, Die Welt und die Tagesschau) meldeten am Mittwoch, dass die EU plant, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate zu verlängern.

Die Welt veröffentlichte am Mittwoch einen Kommentar, dass die Europäische Union im Fall des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland gewisse Schwächen aufwies, um auf solche Herausforderungen zu reagieren. Allerdings hat die Ukraine gute Chancen, trotzdem erfolgreich zu sein.

Die Zeit brachte am Donnerstag einen Gastbeitrag von Maxim Eristavi, einem ukrainischen Journalisten, der über seine Arbeit in der Ukraine berichte.

Die Mittelbayerische Zeitung meldete am Donnerstag, dass Regensburger Forscher in der Ukraine zwei Siedlungen der frühen Bandkeramik aus der Jungsteinzeit entdeckten. Dies sei eine Überraschung, da die erste auf Ackerbau und Viehzucht basierende Kultur der Jungsteinzeit mit Verbreitungsgebieten in ganz Mitteleuropa bisher nicht so weit östlich nachgewiesen wurde.

Außerdem schrieb die Mittelbayerische Zeitung in einem weiteren Artikel, dass es um die Ukraine nach der Maidan-Revolution ruhig geworden sei. Als Gründe dafür wird Griechenland, die Flüchtlingskrise in Europa und der IS-Terror genannt.

Die Neue Zürcher Zeitung brachte am Donnerstag eine dpa-Meldung, dass die Krim nach den Anschlägen auf die Stromleitungen von Russland mit Strom versorgt wird.

Die Osteuropa-Expertin Sabine Adler veröffentlichte an Donnerstag in der Frankfurter Rundschau einen Artikel, in dem sie schreibt, dass die Schwäche der ukrainischen Regierung die Stärke der ukrainischen Zivilgesellschaft ist und dass sich der russische Präsident davor mit wohlkalkulierter Kriegsführung schützt.

Die SHZ brachte am Freitag einen Artikel, wie bei Wikipedia der Fall der Krim in den unterschiedlichen Sprachversionen bewertet wird.

Der SRF meldete am Freitag, dass sich die Schweiz und Serbien in den vergangenen zwei Jahren den OSZE-Vorsitz teilten, wobei die Ukraine-Krise zu einem Lackmustest für Serbien wurde, da Zweifel an dem Land bestanden, weil die Nähe Serbiens zu Russland kein Geheimnis ist. Doch die Befürchtungen hätten sich nicht bestätigt.

Die Mittelbayerische Zeitung schrieb am Freitag, dass die Ukraine nach der Revolution weiter in einem Sumpf aus Korruption steckt und dass es noch schlimmer werden könnte.

Die Presse meldete am Freitag, dass der ehemalige georgische Präsident Saakaschwili die georgische Staatsangehörigkeit verlor, weil er einen ukrainischen Pass annahm und die georgische Gesetzgebung keine doppelte Staatsangehörigkeit erlaubt.

Am Samstag berichtete die Neue Zürcher Zeitung, dass Europa die Ukraine erstmals durch die Maidan-Revolution als eigene Entität entdeckte, wobei das Wissen über Land und Leute dürftig und mit vielen Klischees behaftet ist.

Die Badische Zeitung schrieb am Samstag, dass sich in der Ukraine etwas bewegt. Das zwar langsam, aber immerhin sei das Land kein gescheiteter Staat. Der Artikel zieht eine Bilanz über die Veränderungen seit dem Maidan.

Das Deutschlandradio Kultur berichtete am Samstag darüber, dass die Ukraine meist mit Krieg und Gewalt in Verbindung gebracht wird, aber dass kaum etwas über den kulturellen Alltag bekannt ist. Dabei gibt es 130 Stadt- und Staatstheater und etliche freie Gruppen.

Am Sonntag meldete die Deutsche Welle den Besuch von US-Vizepräsident Biden in Kiew, wobei er vor allem Kritik übte – an der Korruptionsbekämpfung und der Justizreform.

Die Welt ging am Sonntag noch einmal auf das NATO-Treffen ein, indem berichtet wurde, dass der NATO-Generalsekretär die Kooperation mit Russland im Kampf gegen den IS grundsätzlich begrüßt, allerdings davor warnt, Moskau bei anderen Konflikten zu große Zugeständnisse zu machen: Eine Lösung in Syrien darf nicht auf Kosten der Ukraine gehen.

Die Neue Zürcher Zeitung veröffentlichte am Sonntag eine dpa-Meldung, in der über Tote bei einem Schusswechsel in der Ostukraine berichtet wurde.

Radio Vatikan meldete am Sonntag, dass die katholische Kirche in der Ukraine große Hoffnungen auf die Jugend in dem Land setzt. Der Bischof von Charkiw war am Wochenende in Freising zu Gast. Er sieht in den jungen Menschen eine „neue Generation“, die zielstrebig und fleißig an die Zukunftsaufgaben geht. Sie sind echte Hoffnungsträger und gaben vor zwei Jahren den Anstoß zum Euromaidan. Trotz der anhaltenden Schwierigkeiten gibt es viel Hoffnung in seinem Land. Zu seinem Bistum gehören auch die umkämpften Regionen von Donezk und Luhansk.